Schatten über euch!

Raison d'Etre, Arovin?

Hier eine Kopie des Posts im Forum meiner Gilde - Pech und Schwefel:

Das war die Frage, die sich mir bei der Erstellung eines Charakters für World of Warcraft gestellt hat. Die Entscheidung für Rasse und Klasse war keine Wahl aus dem Bauch heraus, ich habe es mir damals bereits gründlich überlegt, mit welcher Art von Charakter ich starten will. Am ersten Oktober 2005 (ziemlich genau um 01:38 Morgens) startete ich dann World of Warcraft zum ersten Mal und erstellte meinen ersten Charakter – damals noch auf dem Realm Forscherliga. Ein nachtelfischer Priester, dessen Namen mir inzwischen leider entfallen ist.

Im Gegensatz zu Heute, wo die Reise von einem Ende des Kontinents bis zum anderen nur eine Frage von Minuten ist, war die Welt zu diesem Zeitpunkt noch riesig. Nur alleine in Teldrassil habe ich Tage über Tage verbracht. Ich kann mich noch recht genau an das Hochgefühl erinnern, als ich zum ersten Mal mit einer Gruppe aus anderen Nachtelfen die Katakomben unter Teldrassil betreten hatte und mit Beute quasi überhäuft wurde. Noch am gleichen Tag ist mir ein anderer Nachtelf mit Stufe 60 auf einem epischen Nachtsäbler entgegen geritten; damals war ich der festen Überzeugung, dass es nur besonders wenige Spieler gibt die den höchstmöglichen Level erreichen konnten. Voller Ehrfurcht (und etwas nervös) habe ich mich vor ihn gestellt und mich verbeugt – er ist tatsächlich stehen geblieben und hat sich ebenfalls vor mir verneigt.

Heute vermisse ich diese „naive“ Weltanschauung tatsächlich etwas, es glich fast einer kleinen Weltreise als ich mich zum ersten Mal von Darnassus mit dem Schiff aufmachte um durch die gefährlichen Länder der östlichen Königreiche zu reisen und danach mit der Tiefenbahn nach Stormwind zu fahren. Azeroth und die Scherbenwelt haben mit der Zeit leider ihren Zauber verloren, die Welt wurde buchstäblich kleiner.

Nach etwa einem halben Monat gefiel mir das Leben auf der Forscherliga immer weniger, weder konnte ich Freunde noch RP finden. So schwer es mir damals auch fiel habe ich meinen geliebten Priester gelöscht und wollte ihn auf dem Server Die silberne Hand neu beginnen. Rasse und Klasse sollte die gleiche bleiben – ich war begeistert vom Leben als Priester. Nur den Namen änderte ich um für mich den neuanfang zu symbolisieren. Der neue Charakter, Arovin ist bis heute mein erster und einziger Charakter gewesen.

Der Name „Arovin“ hat keinerlei Bedeutung oder besonderen Hintergrund, ich wollte meinen Charakter nicht durch den Namen sondern durch meine Handlungen charakterisieren; Arovin ist eine zufällige Zusammenwürfelung von Buchstaben deren Klang mir gefällt. In meiner ursprünglichen Vorstellung wurden die erste und letzte Silbe stärker betont als die mittlere wodurch es für mich als „Ahrovien“ gesprochen wurde. Meine ersten Kommunikationsversuche mittels TS zeigten mir aber schnell, dass ich offenbar falsch lag und es tatsächlich als „Arovin“ gesprochen wurde.

In meiner neuen Welt war ich Level 7 als ich zum ersten Mal Darnassus betrat. Auf dem Weg zur Stadt traf ich einen anderen Priester der ebenfalls gerade auf seinem Weg in die Hauptstadt war. Ich tratschte ein wenig mit dem freundlichen Gesellen und wir beschlossen, gemeinsam an der Dunkelküste (welche damals noch Darkshore hieß) unsere Abenteuer zu erleben. Am Doch von Teldrassil erzählte der Priester, während wir auf das Schiff warteten, dass er nach einer Gilde sucht „welche sich zu benehmen weiß“ (dieser Beschäftigung geht er bis heute nach). Der Name des Priesters? Es war Spirito.

Die meisten Questgefährten verliert man nach kurzer Zeit aus den Augen – und uns ging es nicht anders. Kurz nachdem die Aufgaben in Darkshore gelöst waren, zerfiel unsere Gemeinschaft und jeder ging seiner eigenen Wege. Irgendwann wurde es doch recht einsam und ich beschloss, mir eine Gilde zu suchen. Nachdem ich wirklich einige Zeit damit verbracht hatte, nach Gilden zu suchen traf ich Shyari von Staub der Erinnerung. Bei dieser lustigen und schrulligen Gemeinschaft habe ich den größten Teil meines Priesterlebens bis Level 50 verbracht. Bereits davor hatte ich das Glück, im Steinkrallengebirge einem alten Bekannten dabei helfen zu können Holzfällerlager zu sprengen – ich traf Spirito wieder, mit dem ich bis heute in Kontakt bin. Die Gemeinschaft des Staubs der Erinnerung hielt leider nicht ewig, und die meisten Mitglieder hatten entweder ein Leben auf einem anderen Realm oder gleich abseits von WoW begonnen, und so fasste ich irgendwann den Entschluss mich von ihnen zu trennen.

In der Zwischenzeit hatte ich gottlob bereits Freunde gefunden, wie Aquaero und Lijane. Beide begleiteten mich bei meiner Reise bis zur magischen Grenze – Level 60 – und darüber hinaus. Mit Lijane habe ich heute noch Kontakt und ich durfte ihr in ihrem Urlaub Wien zeigen.

Erst kurz Level 51 entwachsen fragte mich Spirito, ob ich nicht Lust hätte, mit ein paar außergewöhnlichen netten Bekannten die Scholomance zu besuchen. Es war wohl mehr Glück als Verstand das der ganze Raid (damals waren in dieser Instanz noch 10 Leute erlaubt) überlebt hat – vor allem durch die beiden Priester die ein wenig mehr als nur etwas vom vorgeschriebenen Level entfernt waren. Schon kurz darauf teilte ich die Ansicht von Spirito über den sympathischen Haufen und wir traten der Vereinigung des Lichts bei.

In den folgenden Monaten verbrachte ich einige Instanzgänge mit meiner neuen Gilde. Den Höhepunkt davon bildeten unsere Ausflüge nach Zul’Gurub und Ahn’Qiraj die wir mit unserer Partnergilde, der helfenden Hand bestritten. In kürzester Zeit hatten wir beide Instanzen gemeistert, durch diesen Erfolg angespornt schlossen wir uns mit der helfenden Hand zusammen und gründeten die Gilde Die Wächter von Tirisfal. Gemeinsam mit den Wächtern erforschte ich die Gebiete der Scherbenwelt und stürmte den alten Turm des Magiers Medivh.

Da es für mich allerdings Zeit war weiterzukommen, beschloss ich ein zweites Mal diese Gemeinschaft zu verlassen und bin der erst kürzlich neu gegründeten Gilde Pech und Schwefel bei, bei denen ich heute noch bin und mich über viele weitere lustige und spannende Abenteuer freue.

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